Offenlegung gem. BWG

Gemäß § 26 BWG sowie der Offenlegungsverordnung der FMA zur Durchführung des Bankwesengesetzes betreffend die Veröffentlichungspflichten von Kreditinstituten.

Die Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg


 

Die Raiffeisen Bankengruppe (RBG) Österreich ist die größte Bankengruppe Österreichs mit rund 560 regional tätigen Raiffeisenbanken, neun regional tätigen Landeszentralen und der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG in Wien als Spitzeninstitut. Rund 1,7 Millionen Österreicher sind Mitglieder und damit Miteigentümer von Raiffeisenbanken. Die Raiffeisenbanken sind als Kreditinstitute im genossenschaftlichen Verbund den Grundsätzen der Subsidiarität, der Solidarität und der Regionalität verpflichtet.

Die Raiffeisen Bankengruppe (RBG) Vorarlberg mit 24 selbstständigen Banken und der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg ist Teil der Raiffeisen Bankengruppe Österreich.

Innerhalb der RBG Vorarlberg werden gemeinsam Modelle, Systeme und Verfahren im Rahmen des Risikomanagements entwickelt und einheitlich angewandt.

Zur Sicherung der anvertrauten Kundengelder haben sich die Vorarlberger Raiffeisenbanken in mehreren Einrichtungen zusammengeschlossen:

Einlagensicherungseinrichtungen der RBG Österreich
Die Mitgliedsinstitute der RBG Vorarlberg sind gemeinsam über die Raiffeisen-Einlagensicherung Vorarlberg regGenmbH Mitglied der österreichischen Raiffeisen-Einlagensicherung regGenmbH. Diese Einlagensicherungsgenossenschaft stellt die Haftungseinrichtung für die gesamte Raiffeisen Bankengruppe gemäß den §§ 93, 93a und 93b BWG dar. Zum Zwecke der Einlagensicherung ist in der RBG Österreich ein entsprechendes Frühwarnsystem implementiert, das basierend auf einem umfassenden Meldewesen über Ertrags- und Risikoentwicklung seitens aller Mitgliedsinstitute laufende Analysen und Beobachtungen durchführt. 

Sicherungsgemeinschaft Vorarlberg
Die Vorarlberger Raiffeisenbanken stellen gemeinsam mit der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg durch geeignete Maßnahmen sicher, dass Imageschäden von der Gruppe fern gehalten werden.

Aufgrund der Größenstruktur der Raiffeisenbanken und der beschriebenen Einbettung in die Raiffeisen Bankengruppe (Sicherungseinrichtungen, gemeinsame Modelle, Systeme und Verfahren) nehmen die Institute der RBG Vorarlberg das vom Bankwesengesetz vorgesehene Prinzip der Angemessenheit in Anspruch. 

Risikomanagement in der RBG Vorarlberg


 

Risikostrategie
Das Ziel der risikostrategischen Überlegungen ist die permanente Sicherstellung der Risikotragfähigkeit der Raiffeisenbank und damit die Sicherung des Unternehmensfortbestandes. Neben einer risikoorientierten Sichtweise ist ein ausreichender Ertrag eine weitere Prämisse für die Geschäftstätigkeit, um die Risikotragfähigkeit und die Eigenmittelausstattung weiter zu verbessern.

Die Raiffeisenbanken sind grundsätzlich von einem konservativen Umgang mit den bankgeschäftlichen und bankbetrieblichen Risiken geprägt. Dies bedeutet auch, dass bei unklarer und unüberschaubarer Risikolage das Vorsichtsprinzip angewendet wird und nur Risiken eingegangen werden, die auch beurteilt werden können.

Der Aufnahme neuer Geschäftsfelder oder Produkte geht grundsätzlich eine adäquate Analyse der geschäftsspezifischen Risiken sowie ein standardisierter Produkteinführungsprozess voraus.

Schließlich berücksichtigen die Raiffeisenbanken auch den genossenschaftlichen Förderauftrag sowie die regionale Verankerung.

In jedem Fall ist die Risikostrategie ein integraler Bestandteil der Gesamtbanksteuerung. Jede Raiffeisenbank hat eine schriftlich ausformulierte, mittelfristige Risikostrategie, die die Grundhaltung der Raiffeisenbank im Umgang mit Risiken festlegt. 

Risikotragfähigkeit
Die Definition der Risikotragfähigkeit (Ertrag, Eigenkapital, stille Reserven) stellt sowohl auf den Normal- als auch auf den Problemfall ab. Die Gesamtrisikoberechnung erfolgt durch Addition der wesentlichen Einzelrisiken. 

Risikosteuerung, Risikoüberwachung
Die Geschäftsleiter der Raiffeisenbanken sind gemäß Bankwesengesetz für die Umsetzung der Risikostrategie und des Risikomanagements verantwortlich. Der professionelle Umgang mit Risiken bildet eine Kernaufgabe des Managements eines Kreditinstitutes. Die wesentlichen Risiken, die Entwicklung der Risikotragfähigkeit und deren Ausnutzung werden vierteljährlich in einem Risikobericht dargestellt. Dabei werden auch nicht quantifizierbare Risiken berücksichtigt.

Die Risikosteuerung erfolgt laufend anhand der vorliegenden Risikoberichte oder anlassbezogen. 

Organisatorischer Aufbau
Die Aufbau- und Ablauforganisation ist derart gestaltet, dass Interessenskonflikte möglichst vermieden werden. Raiffeisenbanken mit einem Eigenmittelerfordernis von über EUR 30 Mio. haben die Vorgaben der FMA-Mindeststandards für das Kreditgeschäft umgesetzt, Raiffeisenbanken mit einem unter EUR 30 Mio. liegenden Eigenmittelerfordernis wenden diese Standards sinngemäß an. Ebenso wird durch regelmäßige Ausbildungsmaßnahmen die Qualifikation der Mitarbeiter sichergestellt. Sämtliche für das Risikomanagement erforderlichen Anweisungen und Richtlinien liegen den betreffenden Mitarbeitern sorgfältig dokumentiert in Handbüchern vor.

Die verwendeten Modelle, Systeme und Verfahren werden regelmäßig überprüft und laufend überwacht, wobei der Innenrevision der Raiffeisenbanken eine essentielle Funktion zukommt. 

Die wesentlichsten Risiken der RBG Vorarlberg


 

Kreditrisiko
Das Kreditrisiko ist jenes Risiko, das durch den Ausfall eines Kunden oder die Nichterfüllung vertraglicher Verpflichtungen durch einen Vertragspartner entsteht. Das Kreditrisiko wird bei Kontrahenten, Banken, Ländern und Konzentrationen ermittelt.
Für die Bonitätsbeurteilung werden von den Raiffeisenbanken das bundeseinheitliche Raiffeisen-Rating-System und für Kreditsicherheiten die ebenfalls bundesweit abgestimmten Bewertungsrichtlinien verwendet. Unter Berücksichtigung der Bonitäten und der Besicherungen erfolgen die Berechnungen der Kreditrisiken für den Normal- und den Problemfall.

Zur Kreditrisikominderung werden von den Vorarlberger Raiffeisenbanken dingliche Sicherheiten wie Hypotheken, Sicherungsgüter und Eigentumsvorbehalt, persönliche Sicherheiten wie Bürgschaften, Garantien und Zessionen und finanzielle Sicherheiten wie verpfändete Sparbücher, Wertpapierdepots und Interbankeinlagen angenommen.

Konzentrationsrisiko
Das Konzentrationsrisiko liegt in möglichen nachteiligen Folgen, die sich aus Konzentrationen oder Wechselwirkungen gleich- und verschiedenartiger Risikofaktoren oder -arten ergeben können. Die Beobachtung der möglichen Konzentrationsrisiken erfolgt einerseits auf Einzelbankebene und andererseits mittels der Sicherungseinrichtungen auf Ebene der RBG Vorarlberg. 

Marktrisiko
Die Marktrisiken bestehen im Zinsänderungs-, Währungs- und im Kursrisiko aus Wertpapieren, Zins- und Devisenpositionen. Die Marktrisiken werden wie alle wesentlichen Risiken regelmäßig im Rahmen der entsprechenden Berichterstattung behandelt und nach bankenüblichen Methoden berechnet.

Zinsänderungsrisiko im Bankbuch
Durch Zinsänderungen kann die Gefahr entstehen, dass der erwartete Wert bzw. Ertrag nicht erreicht wird. Die Messung des Zinsänderungsrisikos erfolgt mit bankenüblichen Verfahren durch die Barwertänderung der offenen Zinspositionen bei Zinskurvenverschiebungen.

Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko umfasst das Risiko der Bank, ihre gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig und zeitgerecht erfüllen zu können.

Durch die gesetzliche Liquiditätsreserve und die Sicherung derselben innerhalb der RBG Vorarlberg wird dieses Risiko für Raiffeisenbanken im Rahmen der Früherkennung erfasst. Das strukturelle Liquiditätsrisiko besteht darin, dass erforderliche Anschlussfinanzierungen nur zu ungünstigeren Konditionen durchgeführt werden können. Dieses Risiko wird durch entsprechende Szenariorechnungen bewertet und deren Auswirkungen auf die Ertragslage dargestellt.

Operationales Risiko
Operationales Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagen von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Durch die Nutzung gemeinsamer, standardisierter Verfahren und Systeme sowie gemeinsame Notfallkonzepte werden operationale Risiken minimiert. In regelmäßigen Abständen werden Einschätzungen hinsichtlich des operationalen Risikos durchgeführt und wesentliche Schadensfälle aufgezeichnet.

Sonstige Risiken
Sonstige, nur schwer bzw. gar nicht quantifizierbare Risiken (strategisches Risiko, Ertrags-, Kapital- und Reputationsrisiko) werden regelmäßig evaluiert und im Rahmen der Risikotragfähigkeitsanalyse berücksichtigt.